Große Zweifel
Wenn man sich diese Texte hier durchliest, dann ist der Grundton doch eher negativ, zweifelnd und so weiter. Denn ja, wenn immer ich diese Gefühle habe, müssen die aus mir rauskommen und das Niederschreiben ist in dem jeweiligen Moment sinnvoll, aber auch im Nachhinein als Chronik und aus reinem Interesse schön.
Nun was ist es dieses Mal: das allgemeine Gefühl, dass es gerade nicht passt. Dabei ist mir dann auch im Hinterkopf meine duale Hochschule vs. Universität.
In mir herrscht der Gedanke, dass eine Universität in jedem Fall allgemein besser und für mich besser wäre. Ich habe die Vermutung, dass das daher kommt, dass ich eine Universität nie aktiv mit in meine ernsthaften Zukunftsüberlegungen genommen habe. Grundsätzlich war ein Studium für mich klar, doch dann kam das System des dualen Studiums auf und dann war es das für mich. Da auch mein Vater das direkt sehr sinnvoll fand und ich ein Selbstwertproblem hatte ("Für die Uni bin ich zu schlecht"), war die Entscheidung dafür von meiner Seite aus schon mit 15 (!) geritzt. Ich habe mich also nie aktiv damit beschäftigt und abgewogen. Außerdem habe ich ein traditionelles Studium auch immer aus dem finanziellen Aspekt nicht erwogen.
Ich hätte nicht ausziehen können und dann studieren, ohne selbst zu arbeiten. Von dem Wohnort meiner Eltern aus, wäre ein Auto und/oder sehr lange Fahrtzeiten notwendig gewesen, was auch zeitlich unglaublich schwierig gewesen wäre. Aus heutiger Perspektive hätte ich das aber durchaus erwägen können, doch die Entscheidung hat sich für mich nie gestelllt. Dann ist es wieder Instagram, wo ich Studierende sehe, die es eben so machen. Ich schätze, dass ich aus diesem Grund aktuell zweifle.
Hätte ich Argumente für beide Seiten abgewogen, wäre ich wahrscheinlich trotzdem/eventuell beim dualen Studium gelandet, da es mir Sicherheit und finanzielle Freiheit gibt. Ich muss nicht jeden Monat auf den Kontostand aufpassen und ich kann ohne Probleme essen gehen. Dabei ist sogar noch sparen möglich, während ich studiere und ausgezogen bin.
Mein VWL-Dozent meinte einmal, dass wir uns in der Praxis ausprobieren können. Wir haben die Möglichkeit in die verschiedenen Bereiche zu schnuppern und uns ein Netzwerk aufzubauen. Das sei unser Vorteil! Ja, diesen Vorteil sehe ich und ich freue mich unfassbar in den nächsten Monaten und Jahren die verschiedensten internen Abteilungen kennenzulernen.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich denke, dass jeder ein DH-Studium nicht wertschätzt. Dabei ist und wird es viel Arbeit sein, das steht außer Frage. Es gibt auch bestimmt genug, die diese Meinung nicht teilen, doch das sehe ich gerade nicht. Es ist ein Minderwertigkeitskomplex.
Was bleibt also: ich habe, dass Gefühl, dass mir etwas fehlt, weil (so wie ich das sehe) jeder um mich herum meinen Weg nicht wertschätzt. Wenn ich das so aufschreibe, dann ist das eine große Sch****. Nur weil andere das um mich rum denken könnten und ich mich irgendwie für meine DH schäme vor Uni-Studenten, als seien die sowieso besser als ich.
Dieses Gefühl ist mir dann aber auch nur all zu bekannt. Es war für einen Großteil meiner Schulzeit präsent, bis es irgendwann klick gemacht hat. Darauf hoffe ich nun wieder!
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